Der Hals – unser Körperteil, das den Kopf mit dem Rumpf verbindet. Beim einen ist er lang, bei anderen eher kurz geraten. Aber eins hat er leider bei vielen Menschen gemeinsam: Der Nacken ist oft verspannt! Das schmerzt und stört – muss aber nicht so bleiben. Was dagegen hilft, erklärt der Münchner Orthopäde Dr. Gerrit Hohmann.
Nackenschmerzen sind fast immer auf Verspannungen und Verkrampfungen der Halsmuskulatur zurückzuführen. Diese können auch Beschwerden im Hals- und Schulterbereich nach sich ziehen. Die Verkrampfungen können beispielsweise durch eine unnatürliche Sitzhaltung am Schreibtisch ausgelöst werden. Aber auch psychische Anstrengungen wie Stress und Angst führen zu einer erhöhten Muskelanspannung.
Zusätzlich kommt es häufig unterbewusst und reflektorisch zu einer Schutzhaltung mit hochgezogenen Schultern und "eingezogenen Kopf". Die dauernde Muskelanspannung führt zu einer Überlastung der betroffenen Muskulatur, die dann in die schmerzhafte Verspannung der Nackenmuskulatur mündet.
Man sollte auf eine aufrechte Haltung achten. Außerdem lohnt es sich, Faktoren zu überprüfen, die man selbst leicht beeinflussen kann. Wie zum Beispiel die Sitzposition am Arbeitsplatz. Wichtig sind auch kurze Entspannungspausen.
Sind die Schmerzen schon mal da, hilft lokale Wärme – beispielsweise mit einer Wärmflasche. Auch eine leichte Massage kann lockernd wirken. Diese kann auch jeder selber durchführen. Zugluft hingegen sollten Sie meiden. Wichtig ist auch, dass man sich nicht vollständig schont, sondern vielmehr versuchen, die Arbeit und den Alltag fortzusetzen. Bettruhe ist bei einer Verspannung nicht sinnvoll.
Prinzipiell so häufig wie möglich aufstehen. Zum Beispiel zum Telefonieren. Außerdem gibt es leichte Übungen, mit denen man die betroffene Muskulatur dehnt und wieder entspannt. Diese kann man auch direkt am Arbeitsplatz machen. Drei Beispiele:
Erstmal stelle ich durch eine gezielte Befragung und eine klinische Untersuchung sicher, dass keine ernsthafte strukturelle Ursache hinter den Verspannungen steckt. Hierbei gibt es die verschiedensten Fälle. Das geht von einem Bandscheibenvorfall über rheumatische Erkrankungen bis hin zur Hirnhautentzündung oder einem akuten Schleudertrauma.
Besteht der Verdacht auf eine dieser Erkrankungen, veranlasse ich weitere Diagnostikschritte. Das kann eine Röntgenuntersuchung sein, eine Magnetresonanz- oder Computertomografie oder auch Laboruntersuchungen. Wenn ich alle anderen Erkrankungen ausgeschlossen habe, behandle ich die auslösenden Verspannungen. Hierzu gehe ich stufenweise vor. An erster Stelle stehen schmerzstillende Medikamente, manchmal auch in Kombination mit muskelentspannenden Präparaten.
Gegebenfalls verordne ich eine manuelle Therapie und physikalische Anwendungen, wie Rotlichtbestrahlung oder Fango. Bei hartnäckigen Beschwerden helfen häufig auch lokale Infiltrationen mit einem Schmerzmittel. Sehr gute Erfahrungen habe ich selbst mit der radiären Stosswellentherapie gemacht. Diese ermöglicht es gezielt, Verspannungen und lokalisierte Muskelverhärtungen zu lösen.
Dr. Gerrit Hohmann ist Orthopäde in der Münchner Praxis Orthopädie am Gasteig
Sophie Kelm / www.apotheken-umschau.de;
10.02.2010, aktualisiert am 06.02.2012
Bildnachweis: W&B/Privat, W&B/Winfried Fischer
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